Archiv der Kategorie: Blogpost

Meine Gedanken und Meinungen

Kapitel 5 und Süskinds „Das Parfum“

19. März 2016:

Heute habe ich mit der (nochmaligen) Lektüre von Patrick Süskinds „Das Parfum“ begonnen: Er verwendet das gelegentliche Heraustreten des Erzählers aus der Geschichte um beispielsweise zu erklären, warum der Tod der Ziehmutter erzählt wird, obwohl er für die weitere Geschichte unwesentlich ist.

Am Nachmittag habe ich dann zwei Seiten für Kapitel 5 über den Besuch im Hetztheater geschrieben.

Leopolds langjährige Wohnung

18. März 2016:

Gestern am Abend war ich in der Sterngasse und habe mir das Haus angeschaut, in dem Paur nach seiner Hochzeit mit Katharina Décret lange Zeit gewohnt hat: den Neustädter Hof. Ein viergeschoßiges, um 1740 errichtetes Gebäude, das anfangs im Besitz des Wiener Neustädter Klosters war. Im 18. Jahrhundert war es ein Durchhaus zwischen Sterngasse und dem „Berghof“. Links neben dem Eingangstor ist eine 20cm große Steinkugel eingemauert, die im Zuge der Türkenbelagerung 1683 von der Leopoldstadt aus abgefeuert worden ist.

1. Mai 1769

Im Prater blüht bereits der Flieder. Die ersten Strahlen der Morgensonne entzünden die Kerzen der Kastanien, die vom beginnenden Frühling künden. Der Duft der Büsche und Bäume vermischt sich zu dieser frühen Stunde mit jenem der noch taunassen Wiesen …

Paurs Traum, S. 129


Der Hochverräter Valentin Günther

13. März 2016:

Vormittags Recherchen zum angeblichen Hochverrat von Valentin Günther. Hans Magenschab berichtet in seiner Biografie Josephs II., dass der Kaiser bei der Uraufführung von Mozarts „Entführung aus dem Serail“ am 16. Juli 1782 durch die Beschäftigung mit den Verfehlungen seines persönlichen Sekretärs Günther abgelenkt gewesen sein dürfte. [Valentin Günther soll 1779 in Preßburg in eine Freimaurer-Loge aufgenommen worden sein].

Zufälle?

7. März 2016:

In der Bayreuther Zeitung (warum eigentlich dort?) vom 28. April 1787 habe ich einen Nachruf auf Leopolds Schwiegervater, den Herrn Décret, gefunden: Er soll demnach ziemlich geizig gewesen sein. Auf derselben Seite wird aus Hermannstadt gemeldet, dass Herr Valentin Günther, Kabinettssekretär in der Siebenbürgischen k.k. Kriegskanzlei nicht, wie kurz zuvor gemeldet, auf dem Weg nach Wien in den Arrest sei, sondern seinen Aufgaben vor Ort mit Fleiß nachgehe.

Dieser Valentin Günther war einer der im Verlassenschaftsakt namentlich genannten Gläubiger Leopold Paurs!

Neue Ungereimtheiten

6. März 2016:

Recherchen über Leopolds Schwiegereltern: Ludwig Décret war „Niederlagsverwandter“, also Großhändler. Interessant ist, dass er an ein anderen Adresse (Am Lichtensteg Nr. 659) verstarb als seine Frau Katharina (Haar-Hof Nr. 650). Ist sie nach seinem Tod übersiedelt oder gab es zwischenzeitlich eine Änderung der Konskriptionsnummern?

Die Pergen-Akten

29. Februar 2016:

Vormittags Besuch im Staatsarchiv. Die Pergen-Akten [benannt nach dem Polizeiminister, Anm.] sind beim Justizpalastbrand stark in Mitleidenschaft gezogen worden [„Brandakten“]. Die meisten sind auf transparentes Papier aufgebracht worden, viele sind fast unerleserlich. Ein bewegendes Gefühl, diese historischen Dokumente in Händen zu halten. Die Paurischen Prozessakten sind recht erhalten.

Platon und Paur

18. Februar 2016:

Abends am Kapitel über Leopold Paurs Studienjahre weitergearbeitet. In der Szene, die im Hörsaal spielt, hören die angehenden Juristen von Platons Höhlengleichnis. Spannend daran: In dem bewussten Hörsaal befand sich bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts der Karzer der Universität.

[Anmerkung: Die erwähnte Textpassage wurde auf Anregung der Lektorin zugunsten des Leseflusses gestrichen.]

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